Die Reise

Ein Haus auf Erden
Mit großen erwartungsvollen Augen, fragt mich das Kind, in seiner unbeschwerten Naivität:
„Was würdest du tun, hättest du genug Zeit und Geld?“

Mir stockt der Atem und ich spüre, wie der Boden unter mir wankt.
Was soll ich diesem Kind nur antworten?
Die Wahrheit?
Meine Wahrheit?
„Kind, hätte ich genug Zeit und Geld, würde ich mir erlauben zu Träumen und zu Wünschen.“

Das Kind versteht mich nicht. „Aber Träume und Wünsche kosten doch nichts!“ lacht es.
Ich bin alt und weiß es besser. Aber will ich diesem Kind sagen, dass es den Frieden kostet und ihm von dem Schmerz der unerfüllten Träume erzählen?

Das Kind unterbricht meine Gedanken und fragt ungeduldig: „Sag schon, was würdest du tun, wenn du genug Zeit und Geld hättest?“
In Gedanken, stehe ich in einer kleinen hübschen Wohnung.
Einer ganz normalen Wohnung, mit Küche, Bad, einem Wohn- und einem Schlafraum. Die Sonne scheint auf den Balkon.
Es ist meine kleine Wohnung.
Das Kind zupft unruhig an meiner Jacke: „Jetzt sag schon!“
Und ich antworte ihm:
„Ich würde eine große Reise machen. Einmal um die ganze Welt- nach Hause.“

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